Würzburger FV WappenWürzburger FVest. 1904
Seit 1904

120 Jahre Würzburger Fußball

Vom Sanderrasen 1904 über das ausverkaufte Stadion an der Frankfurter Straße bis zur Bayernliga Nord — die Chronik eines Vereins, der drei Generationen Würzburger Fußballfans geprägt hat.

1904
Gegründet
15.196
Zuschauerrekord
1981
Neugründung WFV
120+
Jahre Tradition

Die Chronik

Eine Reise durch zwölf Jahrzehnte

Sechs Epochen, ein Verein. Jede Etappe hat ihre eigene Geschichte — von der Gründerzeit bis zur Bayernliga Nord von heute.

  1. 1904 – 1935
    1904

    Gründung des 1. Würzburger Fussballvereins

    Tatenfrohe, wagemutige Männer gründen einen Verein.

    Nach einem Werbespiel zwischen FC Bamberg und Viktoria Aschaffenburg auf dem Sanderrasen schließen sich 20 junge Würzburger zusammen. Erster Vorsitzender ist Florian Simon, Kapitäne Leo Randau und Hans Hollederer. Die Gründungsurkunde nennt das Ziel: „Pflege und Förderung eines gesunden, geordneten Fussballsports“ — die Vereinsfarben Blau, Weiß, Schwarz.

    1. Mannschaft des Würzburger FV 04 von 1904
    1. Mannschaft des Würzburger FV 04 von 1904
  2. 1912

    Eröffnung des Stadions an der Frankfurter Straße

    1925 folgt eine Holztribüne mit 700 Sitzplätzen.

    Das vereinseigene Stadion wird 1912 eröffnet und 1925 um eine hölzerne Tribüne erweitert. Es bleibt für fast sieben Jahrzehnte das Herz des Würzburger Fußballs.

  3. 1927

    Aufstieg in die Bezirksliga Bayern

    Erstligafußball — und ein 4:3 gegen den Meister.

    Zur Saison 1927/28 erreicht der FV 04 die höchste Spielklasse, die Bezirksliga Bayern. Höhepunkt der ersten Saison: ein 4:3-Sieg gegen den amtierenden deutschen Meister 1. FC Nürnberg im eigenen Stadion.

  4. 1935 – 1954
    1935

    Gauliga & deutsche Meisterschafts-Endrunde

    Am 14. April 1935 zu Gast: SpVgg Fürth gegen Hanau 93.

    Als Gründungsmitglied der 1933 eingeführten Gauliga Bayern trägt der FV 04 weiter Erstligaspiele aus. In der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1934/35 ist das Stadion Austragungsort der Partie SpVgg Fürth gegen FC Hanau 93 (0:1). Die Mannschaftsfotos von 1937 dokumentieren den Verein in zerfaserter Zeit.

    Mannschaftsbild des WFV 04 von 1937
    Mannschaftsbild des WFV 04 von 1937
  5. 1969 – 1981
    1976

    Zuschauerrekord & 2. Liga Süd

    15.196 Fans im Stadtderby gegen die Kickers.

    Beim Spitzenspiel der Bayernliga-Saison 1975/76 gegen die Würzburger Kickers strömen 15.196 Besucher ins Stadion. 1976–1980 spielt der Verein vier Saisons in der 2. Liga Süd. Zum Jahresende 1977 trotzt der FV 04 sogar Eintracht Frankfurt vor 1.400 Zuschauern ein 2:2 ab — Sterz trifft doppelt gegen Grabowski & Co.

    Der FV 04 Ende 1977
    Der FV 04 Ende 1977
  6. 1981 – 2018
    1981

    Konkurs und Neugründung als WFV

    „Der FV 04 ist tot, es lebe der Würzburger FV!“

    Mit 2,5 Millionen DM Schulden ist der Gang zum Konkursrichter unausweichlich. Am 22. Mai 1981 heben 17 Traditionalisten um Viktor Müller den Würzburger FV aus der Taufe. Statt der erhofften Landesliga ordnet der Verband den Neuanfang in der C-Klasse an — Heimat wird das ehemalige DJK-Gelände an der Mainaustraße.

  7. 1986

    Eigener Rasenplatz in der Mainaustraße

    6.000 Arbeitsstunden Eigenleistung der Mitglieder.

    1984 löst der WFV das Erbbaurecht für 70.000 DM ab. Ab 1985 entstehen in 6.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden ein Rasen- und ein Kunstrasenplatz, Flutlicht und Stehtribüne auf 25.000 m². Das erste Rasenspiel findet im September 1986 vor rund 1.300 Zuschauern statt — parallel klettert das Team über A-Klasse und Bezirksliga nach oben.

  8. 1991

    Meisterschaft & Aufstieg in die Landesliga

    Im 10. Jahr nach der Neugründung endlich oben.

    Unter Trainer Otmar Bauer und Spielmacher Christian Förster gewinnt der WFV die Bezirksoberliga 1990/91 in beeindruckender Manier. Der lang ersehnte Aufstieg in die Landesliga Nord ist im Jubiläumsjahr perfekt.

  9. 1999

    Rückkehr in die Bayernliga

    18 Jahre nach der Neugründung — wieder im Oberhaus.

    Nach sieben bewegten Landesliga-Jahren und zwei verlorenen Relegationen gelingt Trainer Paul Hupp 1998/99 endlich der Sprung in die Bayernliga — dorthin, wo der FV 04 bis zu seiner Auflösung stand.

  10. 2001

    DFB-Pokal gegen 1860 München

    Pokalfest am Dallenberg vor 10.000 Zuschauern.

    Trainer Dieter Noack führt den WFV ins Toto-Pokal-Finale und damit in die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde. Vor 10.000 Zuschauern im Dallenberg-Stadion erteilt der TSV 1860 München mit all seinen Stars beim 0:10 eine sportliche Lehrstunde.

  11. 2005

    Zwei Meistertitel mit 90 Punkten

    Direkter Wiederaufstieg mit eigener Jugend.

    Nach dem Abstieg 2002 holt der WFV 2002/03 mit 90 Punkten und 103 Toren die Landesliga-Meisterschaft. Trainer Michael Hochrein formt einen 37-köpfigen Kader mit 28 eigenen Jugendspielern und sichert 2004/05 vor 3.000 Zuschauern gegen Bayern Hof — erneut mit 90 Punkten — den direkten Wiederaufstieg in die Bayernliga.

  12. 2007

    DFB-Pokal gegen VfL Wolfsburg

    Silke Rottenberg lost Wolfsburg an die Mainaustraße.

    Nach dem unterfränkischen Pokalsieg qualifiziert sich der WFV erneut für die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde. Im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF lost Nationaltorhüterin Silke Rottenberg Felix Magaths VfL Wolfsburg in die Mainaustraße. Das Pokalfest steigt im Stadion am Dallenberg, der WFV unterliegt mit erhobenem Kopf 0:4.

  13. 2018 – Heute
    2018

    Eine neue Ära beginnt

    Junge Mannschaft, klare Identität, Mainaustraße als Zuhause.

    Mit dem Kader 2018/2019 öffnet der WFV ein neues Kapitel — getragen von einer Mischung aus Routiniers, eigenen Jugendspielern und einer ehrenamtlichen Struktur, die in Bayern ihresgleichen sucht.

    Mannschaftsfoto der Saison 2018/2019
    Mannschaftsfoto der Saison 2018/2019
  14. 2026

    Klassenerhalt in der Bayernliga Nord

    Nach schwieriger Hinrunde — eine starke Rückrunde.

    Die 1. Mannschaft sichert sich nach einer kräftezehrenden Saison den Klassenerhalt. Vor allem in der Rückrunde stabilisiert sich das Team, punktet konstant und belohnt das ehrenamtliche Gerüst des Vereins.

Aus dem Archiv

Bilder einer langen Tradition

Mannschaftsfotos, Zeitungsausschnitte und Porträts aus über einem Jahrhundert Würzburger Fußball — bewahrt im Vereinsarchiv.

Hans Schlingmann, Torhüter aus den 1930er Jahren
Hans Schlingmann, Torhüter aus den 1930er Jahren
Volksblatt-Bericht von 1954
Volksblatt-Bericht von 1954
Volksblatt — Mannschaftsaufstellung 1954
Volksblatt — Mannschaftsaufstellung 1954
Historische Szene aus dem Vereinsleben
Historische Szene aus dem Vereinsleben
Historische Szene aus dem Vereinsleben
Historische Szene aus dem Vereinsleben
Mannschaftsfoto des Würzburger FV
Mannschaftsfoto des Würzburger FV
Mannschaftsfoto des Würzburger FV
Mannschaftsfoto des Würzburger FV
Auswärtstrikots des WFV im Wandel der Zeit
Auswärtstrikots des WFV im Wandel der Zeit

Vertiefung

Mehr aus der Vereinsgeschichte

1904 schlossen sich 20 junge Leute zusammen und gründeten den 1. Würzburger Fussballverein. Es waren tatenfrohe und wagemutige Männer, die nach einem Werbespiel zwischen Bamberg und Aschaffenburg diesen Entschluss fassten. Bereits die Gründungsurkunde hielt fest: Der Verein hat sich die Pflege und Förderung eines gesunden, geordneten Fussballsports zum Ziel gesetzt – die Vereinsfarben sind Blau, Weiß und Schwarz.

Das Stadion an der Frankfurter Straße wurde 1912 eröffnet und erhielt 1925 eine Holztribüne mit 700 Sitzplätzen. Nach dem Aufstieg in die Bezirksliga Bayern 1927/28 war es Austragungsort von Erstligabegegnungen – Höhepunkt war ein 4:3-Sieg gegen den amtierenden deutschen Meister 1. FC Nürnberg.

Einen Besucherrekord vermeldete das Stadion in der Bayernliga-Saison 1975/76, als zum Spitzenspiel gegen die Kickers 15.196 Besucher kamen. Zwischen 1976 und 1980 trug der Verein über vier Spielzeiten Spiele der 2. Liga Süd aus, gleich in der ersten Saison zweimal vor rund 15.000 Zuschauern ausverkauft.

1981 war der mit einem Schuldenberg von 2,5 Millionen DM belastete Traditionsverein nicht mehr zu retten. Traditionsbewusste Nullvierer um Viktor Müller gründeten am 22. Mai 1981 einen neuen Verein, den Würzburger FV. Der Neuanfang begann in der C-Klasse, und das Team fand auf dem ehemaligen DJK-Gelände an der Mainaustraße – der späteren Sepp-Endres-Sportanlage – eine neue Heimat.

Über die Jahre ging es sportlich kontinuierlich bergauf: vom Aufstieg in die Bezirks- und Bezirksoberliga über die Landesliga bis zur Rückkehr in die Bayernliga in der Saison 1998/99. Unter Trainer Dieter Noack folgten große Erfolge mit dem Erreichen des Toto-Pokal-Finales und der Qualifikation für die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde.

Auch in den folgenden Jahren etablierte sich der WFV als feste Größe in der Bayernliga. Mit dem Sieg im unterfränkischen Pokalfinale 2007 qualifizierte sich der Verein erneut für den DFB-Pokal und empfing den Bundesligisten VfL Wolfsburg. 2021 schließlich verschmolz der Hauptverein mit dem Förderverein WFV 04 zum Würzburger Fußballverein 04 e.V. – und trägt seither wieder stolz seinen historischen Namenszusatz 04.