Wir trauern um Ehrenmitglied Sepp Grünewald
„Sein WFV war ihm nie Wurscht." Der WFV 04 trauert um Ehrenmitglied Josef „Sepp" Grünewald – Metzgermeister, unermüdlicher Grillmeister und über 45 Jahre treues Mitglied. Er verstarb am 13. Juli 2026 im 91. Lebensjahr.

Der WFV 04 trauert um sein Ehrenmitglied, Metzgermeister Josef Grünewald, der am 13.07.2026 im 91. Lebensjahr verstarb. Sepp, wie er von allen gerufen wurde, war beim WFV über viele Jahre aktiv und sehr präsent. Und das nicht etwa wegen seines Körperumfangs, sondern wegen seiner ehrenamtlichen Leistungen für den Verein.
Sepp trat knapp 6 Wochen nach Neugründung des Vereins, am 01.07.1981, dem WFV als Mitglied bei und war mit nun 45 Mitgliedsjahren nicht nur eines der treuesten Mitglieder, sondern mit 90 Jahren auch eines der ältesten. Natürlich war er zuvor Mitglied des 1. WFV 04.
Als gebürtiger Zellerauer war für ihn schnell klar, dass er sich als Jugendlicher dem 1. WFV 04 anschließen würde. Dafür, dass er seine ersten sportlichen Schritte jedoch nicht als Fußballer, sondern als aktiver Spieler in der Tischtennisabteilung gegangen ist, war seine Mutter, die Grünewalds Sophie, verantwortlich. Sie verbot dem jungen Sepp nämlich das Fußballspielen, damit der Fortbestand der im Krieg schwer gebeutelten Familienmetzgerei gesichert war und Sepp den Betrieb danach ohne Fußballverletzungen weiterführen konnte. Und an das, was das Familienoberhaupt im Hause Grünewald vorgab, hatte sich jedes Familienmitglied zu halten – bis heute, wie Josef Grünewald Junior, genannt Seppl, verrät.
Der bei den Zellerauern bekannte, inzwischen allerdings geschlossene Metzgerladen in der Frankfurterstraße existierte da jedoch noch nicht. Die Metzgerei gründete der Großvater von Sepp in der Weißenburgstraße 5, dort, wo bis vor wenigen Jahren die Mainauapotheke angesiedelt war. Nachdem das Haus im Krieg zerstört wurde, wechselte der Metzgereibetrieb in die Sedanstraße, wo heute das Geschäft „Zellerauer Schlüsselbauer" zu finden ist.
Als die Hauseigentümer Eigenbedarf anmeldeten, zog die ganze Familie in den Dencklerblock in der Frankfurterstraße. Dort sind aktuell eine Pizzeria und ein Automatenshop untergebracht. Die Metzgerei fand dort jedoch nie Platz. Sie war gegenüber, in einem Schuppen neben dem Biergarten der leider längst abgerissenen, aber vielen noch bekannten Gaststätte „Zum Onkel", untergebracht.
Da die Grünewalds Sophie mit dem Besitzer des „Onkel", Herrn Pfannes, gut befreundet war, einigte man sich nach einiger Zeit darauf, ihm einen Teil des Grundstücks abzukaufen. Und so baute Sepp zusammen mit seiner Ehefrau Hanne 1965 das Haus mit der Metzgerei und dem Verkaufsladen im Erdgeschoss.
Im Jahr darauf kam dann Josef Junior zur Welt, der nicht etwa Josef der Zweite war, sondern Josef der Dritte, da Sepps Vater ebenfalls Josef geheißen hatte. Die jüngere Schwester Monika komplettierte die Metzgerfamilie Grünewald um Sepp als Familienvater.
Was hat das alles mit dem WFV 04 zu tun? Sehr viel, denn Sepp war zwar nicht der Hauslieferant beim 1. WFV 04, denn die Standgebühren für einen Verkaufswagen in der 2. Bundesliga konnte er sich nicht leisten. Jedoch unterhielt er als jahrelanges 04-Mitglied und anerkannter Geschäftsmann in der Zellerau gute Beziehungen zu den Verantwortlichen im Verein. Und so zählte er auch zu den Mitgliedern, die den Verein im Jahr 1981 durch eine Bürgschaft vor dem drohenden Konkurs bewahren wollten. Das scheiterte bekanntlich und so verlor Sepp dadurch eine Menge Geld.
Als es um die Weiterführung bzw. spätere Neugründung des WFV ging, wollte er nur dann wieder als Mitglied beitreten, wenn der Verein mit der 1. Mannschaft wieder ganz unten anfangen musste, damit man nicht gleich erneut in Schwierigkeiten geriet.
Nach der Neugründung am 11.05.1981 wurde dem WFV tatsächlich das Spielrecht für die Landesliga verweigert und nur die Jugendmannschaften durften in ihren gehobenen Ligen weiterspielen. Und so schloss er sich auch umgehend dem neuen WFV an, der in der C-Klasse, der damaligen untersten Liga, an den Start ging.
Er half von Beginn an mit, wieder ein gutes und positiv gestimmtes Vereinsleben zu etablieren. Da der Verein aus seinem angestammten Stadion weichen musste und den maroden DJK-Platz in der Mainaustraße bekam, wurde bei Spielen zunächst in einem fahrbaren Wagen gegrillt, der recht bald schlicht und einfach „der Josef" genannt wurde, weil darin stets Sepp als Grillmeister fungierte.
Später entstanden dann nacheinander Grillstände, bis endlich das heute noch genutzte Grill- und Schank-Gebäude errichtet werden konnte. Wo auch immer der Grill stand, verbrachte Sepp unzählige ehrenamtliche Stunden und drehte tausende seiner Bratwürste persönlich mit der Grillzange um. Stets an seiner Seite war seine Schwester Margareta, die nicht nur den Senf dazu gab, sondern jedes einzelne Bratwurstbrötchen akribisch abkassierte. Als sie im Jahr 2017 starb, zog auch Sepp sich aus der Bratwurstbude des WFV zurück.

Hier ist Sepp am Grill – scheinbar in der 2. Halbzeit, weil die meisten Würste offensichtlich schon verkauft wurden. Stets an seiner Seite: seine Schwester Margareta, die den Verkauf übernahm.
Auch bei Festen und Feiern des Vereins lieferte und grillte Sepp wie selbstverständlich Bratwürste für seinen Verein.

Sepp mit Schwester Margareta und links daneben mit Schwiegertochter Hilde im Jahr 2004 beim Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Köln auf dem Schulsportzentrum in Veitshöchheim.
Ich hab’ so gerne gelacht und andere zum Lachen gebracht.
Das ist der Spruch, den sich Familie Grünewald für die Traueranzeige in der Zeitung herausgesucht hat. Und er hat voll und ganz zugetroffen.
Sepp war ein sehr geselliger Mensch. Er wusste zu feiern und hatte bei so mancher Veranstaltung einiges an Sitzfleisch. Er erzählte gerne Witze und war ein zuverlässiger Informant, wenn es um die Geschichte der Zellerau ging. Trotzdem war Sepp ein bescheidener Mensch, der sich und seine Ehrenämter nie in den Vordergrund stellte.
Als gläubiger Christ war er über viele Jahre hinweg ehrenamtlich in der Kirchenverwaltung der Pfarrei Heiligkreuz aktiv und bestimmte deren Geschicke maßgeblich mit. Da es auch hier viel zu feiern gab, lieferte er selbstredend Fleisch- und Wurstwaren zu allen Gelegenheiten.
Unser Sepp identifizierte sich zwar am meisten als 04er, war aber auch in anderen Vereinen Mitglied. So trat er am 1.10.1984 dem SV 09 Würzburg bei, der ja bekanntlich im Jahr 2018 mit dem WFV fusionierte. Bis dahin lieferte er auch dorthin seine Fleischspezialitäten.
Er war anfangs auch Mitglied beim CFZ, dann beim Männergesangverein Harmonia und im Brieftaubenverein, denn das Brieftaubenzüchten war eine weitere Leidenschaft von ihm.
In Anbetracht seiner vielen ehrenamtlich geleisteten Arbeit und seiner Verdienste um den WFV verlieh ihm die Mitgliederversammlung am 17.10.2019 verdientermaßen die Ehrenmitgliedschaft. Seitdem war er noch selten bei seinem WFV zu sehen, denn es ging ihm gesundheitlich und auch altersbedingt nicht mehr ganz so gut. Trotz alledem hat uns die Nachricht von seinem Tod im Juli überraschend getroffen.
Wir blicken heute mit großer Trauer, aber auch mit Stolz und tiefer Dankbarkeit auf Josef und sein großes Engagement zurück. Wir sind froh, ihn als Mitglied und Freund in unseren Reihen gehabt zu haben, und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Unser Mitgefühl gilt allen Angehörigen und Freunden, die um ihn trauern. Besonders denken wir an seine Familie mit Ehefrau Hanne, seinem Sohn Seppl mit Ehefrau Hilde und den Enkelkindern Sofia, Timo und Tobias sowie an seine Tochter Monika und Schwiegersohn Christian.
Wir wünschen ihnen allen viel Kraft und Zuversicht und sprechen unser Beileid im Namen des Vorstandes, des Wirtschafts- und Verwaltungsrates und aller Mitglieder, Anhänger, Freunde und Partner des WFV 04 aus.
Lieber Sepp, ruhe in Frieden!

In stillem Gedenken an unser Ehrenmitglied Josef „Sepp" Grünewald.
Geschrieben von Würzburger FV 04
Geteilt am 05. August 2026


