Historie

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1 Mannschaft von 1904

 

 

„Aus nichts wird nichts“

1904 war es, als sich 20 junge Leute zusammengeschlossen und den 1. Würzburger Fussballverein gründeten. Es waren tatenfrohe und wagemutige Männer, die nach einem Werbespiel zwischen Bamberg und Aschaffenburg diesen Entschluss fassten. Bei der damaligen Einstellung der Einwohnerschaft gehörten viel Lust und Liebe, Begeisterung und Opfersinn dazu, den einmal eingeschlagenen Weg weiter fortzuführen. Was wollen diese Pioniere schaffen ? Die Gründungsurkunde, ein altes, bedeutungslos scheinendes, vergilbtes Papier sagt es:

„Der Verein hat sich die Pflege und Förderung eines gesunden, geordneten Fussballsports zum Ziele gesetzt und bezweckt fernerhin geselliges, von sportlichen Geist durchwehtes Zusammensein seiner Mitglieder. Die Vereinsfarben sind:

Blau – Weiß – Schwarz.“

Die Namen der Gründungsmitglieder mögen der heutigen Generationen nicht mehr bekannt sein, aber sie verdienen hier festgehalten zu werden:

Vorsitzender:            Florian Simon

1.Kapitän:                 Leo Randau

2.Kapitän:                 Hans Hollederer

Kassier:                    Fritz Marabini

Schriftführer:            Karl Wunner

Beisitzer:                  Andreas Weiß

Beisitzer:                  Andreas Kröckel

Die Mitglieder: K. Simon, J. Marabini, F. Marabini, F. Bieberich, H. Schäfer, E. Zimmer, V. Gilbert, J. Buhl, L. Ruhl, F. Ullrich, J. Klein, A. Knoblauch, R. Schneider.

Das erste Propagandaspiel in Würzburg führte anläßlich der Gründungsfeier zwei heute im Sport noch sehr bekannten Vereine, den FC Bamberg und Viktoria Aschaffenburg, auf dem Sanderrasen zusammen. Durch die günstige Lage des Platzes war ein auffallend guter Besuch von einigen hundert Leuten zu verzeichnen. Sie waren aus Neugierde gekommen, zumal das Ereignis in der Presse gebührend angekündigt worden war. Interessant mag auch sein, dass seinerzeit schon die Polizei mit Absperrmaßregeln vorging. Die roten Teufel aus Aschaffenburg gewannen den Kamp 7:1, und beim Festkommers wurde der 1. Würzburger Fussballverein aus der Taufe gehoben.

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Das Stadion wurde 1912 eröffnet und erhielt 1925 eine Holztribüne mit 700 Sitzplätzen. In den späten 1920er Jahren war das Stadion Austragungsort von Erstligabegegnungen, nachdem die Fußballer des Eigentümers FV 04 Würzburg zur Saison 1927/28 in die seinerzeit höchste Spielklasse, die Bezirksliga Bayern, aufgestiegen waren. Höhepunkt in dieser ersten Saison in der Bezirksliga Bayern war ein 4:3-Sieg gegen den amtierenden deutschen Meister 1. FC Nürnberg. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 zählte der FV 04 zu den Gründungsmitgliedern der neu eingeführten Gauliga Bayern, der er in einigen Spielzeiten angehörte, in denen das Stadion ebenfalls Austragungsort von Erstligabegegnungen war. Einen weiteren Höhepunkt erlebte das Stadion in der Endrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1934/35, als es am 14. April 1935 Austragungsort der Begegnung zwischen der SpVgg Fürth und dem FC Hanau 93 (0:1) war.

Einen Besucherrekord vermeldete das Stadion in der Bayernliga-Saison 1975/76, als zum Spitzenspiel zwischen den beiden Würzburger Kontrahenten, dem WFV 04 gegen die Kickers, 15.196 Besucher kamen. Zwischen 1976 und 1980 war das Stadion dann über vier Spielzeiten hinweg Austragungsort von Spielen der 2. Liga Süd und gleich in der ersten Saison 1976/77 zweimal ausverkauft: am 20. November 1976 gegen den späteren Meister und Aufsteiger VfB Stuttgart (0:3) und am 19. Februar 1977 gegen den fränkischen Rivalen 1. FC Nürnberg (2:2), als jeweils rund 15.000 Besucher ins Stadion an der Frankfurter Straße pilgerten.

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1. Würzburger Fußballverein 1904 – Eintracht Frankfurt

Freundschaftsspiel 1977/1978

2:2 (1:0)

Termin: 30.12.1977
Zuschauer: 1.400
Schiedsrichter: Drescher (Oberschleichach)
Tore: 1:0 Sterz (12.), 1:1 Jürgen Grabowski (50., Foulelfmeter), 1:2 Bernd Nickel (57.), 2:2 Sterz (63.)

 

1. Würzburger Fußballverein 04

Scherzer
Szaule
Borngräber
Groppe
Göbel
Heyer
Johansen
Sterz
Erich Schmitt
Oberhuber
Kielwein

 

1904 Eintracht Frankfurt

Günter Wienhold
Helmut Müller
Dragoslav Stepanovic
Peter Reichel
Willi Neuberger
Wolfgang Kraus
Roland Weidle
Jürgen Grabowski
Bernd Hölzenbein
Bernd Nickel
Egon Bihn

Wechsel beim 1. Würzburger Fußballverein 04

Schur für Scherzer (46.)
Eckstein für Szaule (46.)
Schmidt für Borngräber (46.)
Müller für Schmitt (46.)
Thiel für Kielwein (65.)

Wechsel bei 1904 Eintracht Frankfurt

Peter Krobbach für Wolfgang Kraus (36.)
Jürgen Pahl für Günter Wienhold (46.)
Ronald Borchers für Egon Bihn (46.)
Norbert Nachtweih für Roland Weidle (70.)
Trainer
Kröner
Trainer
Dettmar Cramer

Eintracht 2:2

Selbst Frankfurts neuer Trainer, Dettmar Cramer, zog den Hut vor der Leistung des Würzburger Zweitligisten FV 04 nach dem 2:2 gegen seine Eintracht. „Als ich zuletzt mit dem FC Bayern in Würzburg war, spielte die Elf nicht annähernd so stark. Sie hat viel dazugelernt und uns echt ge-fordert“, lobt er.

In der Tat: Der FV 04 Würzburg ging das hohe Tempo des Bundesligasechsten mühelos mit und besaß vor allem in der ersten Halbzeit gegenüber den Frankfurtern, denen er im Frühjahr, ebenfalls unter Flutlicht, noch 1:5 unterlegen war, Feldvorteile und die größere Anzahl von Torchancen. Häufig in Bedrängnis kamen die Würzburger erst nach dem Wechsel, als die Eintracht noch einen Zahn zugelegt und Trainer Kröner fünf neue Leute eingewechselt hatte. Doch jeder seiner Akteure zerriß sich vor Ehrgeiz, was man von den Bundesligaspielern nicht unbedingt behaupten konnte. Hölzenbein zum Beispiel mußte man oft mit der Lupe suchen. Bei den ohne Wenzel und Körbel angetretenen Frankfurtern glänzte Nationalspieler Jürgen Grabowski mit zahlreichen schönen Soli.

Von den erstmals in der Lizenzspieler-Elf eingesetzten ehemaligen DDR-Junioren machte Torwart Pahl beim 2:2-Ausgleich keine gute Figur. Der erst in der 70. Minute eingewechselte Nachtweih zeigte, daß er offenbar viel mit dem Ball kann. Würzburg verstand es, mit weiten Pässen die gegnerische Abwehr zu fordern, wobei Kröners Mannen die zuweilen etwas lasche Frankfurter Raumdeckung sehr entgegenkam. Dazu hatte die Eintracht an diesem naßkalten Abend das Schießpulver nicht erfunden.

Pahl und Nachtweih getestet

Die DDR-Junioren kommen zum Eintracht-Kader

Sie spielten nur eine Halbzeit lang bzw. 20 Minuten. Gewiß zu wenig, um, obendrein in einem privaten Treffen, schon einen schlüssigen Eindruck von Torwart Jürgen Pahl und dem Stürmer Norbert Nachtweih zu gewinnen. Die Frankfurter Eintracht hat, seit sie die früheren DDR-Junioren-Auswahlspieler unter ihre Fittiche nahm, schon einen gewaltigen Papierkrieg gegen FIFA, DFB sowie den DDR-Verband geführt, um diese beiden Spieler, die sich 1976 in der Türkei von ihrer Mannschaft abgesetzt hatten, für die Lizenzspielermannschaft freizubekommen.

Im Freundschaftsspiel beim FV 04 Würzburg (2:2) wirkten sie aufgrund einer Sondergenehmigung mit. Der nach der Pause eingewechselte Torwart Pahl mußte bei seiner zweiten Probe allerdings schon hinter sich greifen, als ihn der Würzburger Sterz mit einem, freilich haltbaren Aufsetzer, überraschte. „Es tut mir leid, daß Pahl dieses Tor bekam, denn er hat bei einigen ‚Luftkämpfen‘ gezeigt, daß er Schneid besitzt“, urteilte Frankfurts Trainer, Dettmar Cramer. Mehr Lob fand Cramer

für die 20-Minuten-Schau Norbert Nachtweihs. Er klassifizierte den kleinen Blondschopf als flinken, technisch beschlagenen und auch bei Abwehraufgaben mit viel Übersicht ausgestatteten Fußballer. Auf die Frage, weshalb er denn Nachtweih nicht früher aufs Feld gebracht hatte, entgegnete Cramer, er habe gewartet, weil sich der FV 04 als unerwartet stark erwies, und er unter keinen Umständen noch das Risiko einer blamablen Niederlage eingehen wollte.

In beiden Fällen rühmte Cramer die solide Grundausbildung, welche den Spielern drüben mitgegeben werde. Pahl und Nachtweih würden nach ihrer Freigabe in den 18er Lizenzspielkader der Eintracht aufgenommen. Über einen Einsatz werde man dann entscheiden, wenn es so weit sei. „Eingespielt sein, ist eine Macht“, philosophierte er etwas hintergründig weiter. Im übrigen meinte Eintracht-Hauptgeschäftsführer, Dr. Wolf, man könne davon ausgehen, daß die endgültige Freigabe Pahls und Nachtweihs bis zum 14. Februar 1978 vorliege.

Würzburg 04 ein harter Brocken

Wer rastet, der rostet — ein Grund für die Frankfurter Eintracht am vorletzten Abend des Jahres noch ein Freundschaftsspiel beim FV 04 Würzburg zu absolvieren. Nach 90 Minuten „Bewegungstherapie“ gegen den Tabellenelften der 2. Liga Süd stand es 2:2.

Ganz anders als die Frankfurter ging der FV 04 zur Sache. 11. Minute: Sterz steigt bei einem Eckball höher als Reichel — 1:0. „Ich muß was umorganisieren“, murmelte Trainer Cramer schon beim Gang in die Kabine. Und tatsächlich, nach dem Wechsel drehte der Bundesligist auf. In der 51. Minute verwandelte Grabowski einen Foulelfmeter (Schur an Hölzenbein) zum 1:1, und sieben Minuten später fiel das wunderschöne 2:1. Über zehn Stationen lief der Ball bei den Frankfurtern, ehe Nickel ihn schließlich mit einem unhaltbaren Direktschuß im Würzburger Tor unterbrachte.

Übrigens: der Start von Pahl und Nachtweih verlief verhalten. Nachtweih kam erst in der 73. Minute für Weidle ins Spiel, und Pahl, der nach dem Wechsel für Wienhold zwischen den Pfosten stand, ließ sich beim 2:2 durch einen 20-m-Aufsetzer von Sterz verladen.

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Logo 1935 - 196915. Mai-22.Mai 1981: „Der FV 04 ist tot, es lebe der Würzburger FV!“ („Main-Post“, Würzburg)
Nach turbulenten Wochen war der Gang des mit einem Schuldenberg von 2,5 Millionen DM belasteten Traditionsvereins aus dem Würzburger Stadtteil Zellerau zum Konkursrichter nicht mehr abzuwen­den.Traditionsbewusste „Nullvierer“ um Viktor Müller hoben nur einige Tage später, am 22.Mai 1981, einen neuen Verein aus der Taufe, dessen Wurzeln sich bereits am Namen erkennen ließen, den Würzburger FV. Der Neuanfang gestaltete sich äußerst schwierig. Das „Stadion an der Frankfurter Straße“ fiel als Konkursmasse an die DJK Würzburg. Nach den Zusagen einiger Spieler des ehemaligen Bayernliga-Teams des FV 04, sich dem Nachfolgeverein anzuschließen, wurde beim Verband die Teilnahme am Landesliga-Spielbetrieb beantragt. Man rechnete fest mit einer Zusage. Doch es kam anders. Die Verbandsspitze beließ lediglich die Jugendmannschaft in der Bayernliga. Das bedeutete für die erste Mannschaft einen Neuanfang in der C-Klasse. Demzufolge verließen weitere Akteure den Verein und wechselten zu anderen Klubs.

C-Klasse Würzburg, Saison 1981/1982: geduldeter „Gast“ an der Frankfurter Straße
Abteilungsleiter Rudi Schehr und sein neugeschaffenes Team trugen die Heimspiele der Saison 1981/1982 noch im „Stadion an der Frankfurter Straße“ aus, wo der WFV nicht mehr war als ein geduldeter Gast. Am Ende der Saison erreichte das von Elmar Wagner trainierte Team den dritten Rang.

1982-1986: vom DJK-Gelände zur „Sepp-Endres-Sportanlage“
Vor Beginn der nächsten Runde musste der Verein umziehen. Nachdem die DJK das „Stadion an der Frankfurter Straße“ übernommen hatte, verblieb dem WFV das ehemalige DJK-Gelände an der Mainaustraße – ein Rotgrand-Platz. Sportlich ging es jedoch bergauf. Die Mannschaft wurde in der Spielrunde 82/83 ungeschlagener Meister und stieg in die B-Klasse auf. Auch dort verkaufte sich der Würzburger FV teuer, und erreichte am Ende der Saison 83/84 einen beachtlichen dritten Platz.
Am 2. Dezember 1983 wurde Georg Rosenthal an die Spitze des Vereins gewählt. Die Abteilungsleitung übernahmen Claus Göbel und Bernd Dölling. 1984 wurde das Erbbaurecht für das ehemalige DJK-Gelände an der Mainaustraße von der Stadt abgelöst. Dieses ging für 70.000 DM endgültig in den Besitz des WFV über.
1985 wurde mit dem Bau eines Rasenspielfeldes und eines Kunstrasenplatzes begonnen, unter großem Engagement der Mitglieder. 6000 Arbeitsstunden wurden geleistet, ehe die Gesamtfläche von 25000 Quadratmetern umgestaltet, eine Beleuchtungsanlage, eine Stehtribüne, Barrieren und Ballfangzäune in­stalliert waren. Das erste Spiel auf dem Rasenplatz wurde im September 1986 vor rund 1300 Zuschauern gegen die TG Höchberg ausgetragen und endete mit einer 0:1 – Niederlage.
Der neu verpflichteten Trainer Jürgen Stahl führte die erste WFV-Mannschaft in der Saison 84/85 zur Meisterschaft in der B-Klasse Würzburg.

1985-1986: grandiose sportliche Erfolge
Zur allgemeinen Überraschung erreichte der FV nach guten Leistungen in der A-Klasse am Ende der Runde 85/86 den 2. Platz. Vor 1400 Zuschauern in Gerbrunn schlug das Team Unterpleichfeld im ersten Relegationsspiel mit 2:0. Der 3:0-Sieg im zweiten Entscheidungsspiel in Bischbrunn über Mönchberg machte den Aufstieg in die Bezirksliga (Bezirksliga „West“) perfekt.
Mit dem neuen Trainer Erich Bahr übertraf man das gesetzte Ziel der Saison 1986/87, den Klassenerhalt in der Bezirksliga West und erreichte mühelos einen Platz im gesicherten Mittelfeld. Die im Durchschnitt 21 Jahre junge Mannschaft gewann die Herzen von oftmals mehr als 400 Zuschauern je Heimspiel und schuf sich ein treues Stammpublikum, um das der WFV noch heute von vielen anderen Klubs beneidet wird.

1987-1991: die Bezirksoberliga Unterfranken und Aufstiegsambitionen zur Landesliga
In der Bezirksliga-Saison 87/88 musste das Team unter Trainer Bernd Göbel dem SV Bergtheim mit dem Trainer Otmar Bauer den Vortritt beim Aufstieg in die Landesliga lassen, erreichte aber die Qualifikation für die neu gegründete Bezirksoberliga. Auch in dieser neuen Liga mischte Bernd Göbel mit seinem Team oben mit. Das entscheidende letzte Saisonspiel bei der TG Höchberg vor 1500 Zuschauern ging jedoch mit 0:1 verloren. So beendete man dann die erste Bezirksoberliga-Saison 1988/89 auf Rang 3.
In der Saison 89/90 kam Otmar Bauer und brachte neuen Schwung. Die starken Konkurrenten Hassfurt und Helmstadt schafften jedoch verdient den Sprung in die Landesliga und vereitelten dadurch das Erreichen des Saisonziels des WFV.
In der Bezirksoberliga-Saison 1990/91 entledigte sich endlich das Team um Trainer Otmar Bauer und Spielmacher Christian Förster des Rufes des „Ewigen Dritten“ und errang die Meisterschaft in beein­druckender Manier. Im 10. Jahr des Vereinsbestehens war der erhoffte Aufstieg in die Landesliga Nord endlich realisiert.

1991-1999: sieben bewegte Jahre in der Landesliga
Nach sieben Jahren Landesliga mit zwei Relegationsspielen um den Aufstieg in die Bayernliga in der Saison 96/97 und 97/98, in denen man jeweils scheiterte, war man unter dem neuen Trainer Paul Hupp in der Saison 1998/99, 18 Jahre nach Neugründung des Vereins, endlich dort angelangt, wo der FV 04 bis zu seiner Auflösung war – in der Bayernliga.

1999-2001 Große sportliche Erfolge mit Trainer Dieter Noack
Dieter Noack (14 Europapokal-Spiele für FC Carl Zeiss Jena) kam ab der Saison 1999/2000 über den SV Heidingsfeld in die Mainaustraße. Nach einem Fehlstart sahen die Zuschauer eine Saison zwischen Hoffen und Bangen mit unbeständigen Leistungen des WFV-Teams. Erst am letzten Spieltag sicherte Manuel Endres seiner Mannschaft mit dem Siegtreffer gegen die SpVgg Landshut den 13. Rang und damit den Klassenerhalt. 737 Zuschauer passierten im Schnitt die Tore der Sepp-Endres-Sportanlage zu den Heim­spielen der Saison 1999/2000. Manuel Endres verabschiedete sich als Torschützenkönig der Liga von seinen Fans, um bei Eintracht Braunschweig eine Profilaufbahn zu beginnen.
Mit Beginn der Runde 2000/2001 wechselte zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte die Führung des Würzburger FV. Klaus Lampert löste Peter Grimm nach fünf Jahren an der Spitze des Zellerauer Arbeiter­vereins ab. Die Krönung der hervorragenden Arbeit von Dieter Noack war, neben der vorzeitigen Sicher­ung des Klassenerhalts, das Erreichen des Toto-Pokal-Finales auf Landesebene und damit die Qualifikation für die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde. Bei der Auslosung hatte der WFV das Glück auf seiner Seite. Vor einer beeindruckenden Kulisse von 10000 Zuschauern im „Dallenberg-Stadion“ verlor man jedoch zu Beginn der folgenden Saison 2001/2002 in einer sportlichen Lehrstunde das Pokalspiel 0:10 gegen den TSV 1860 München, der mit allen seinen Stars angetreten war.

2001-2003: Stürmische Zeiten und ein wirtschaftlicher Neuanfang: Beginn der zweiten „Ära Rosenthal“
In der Saison 2001/2002 konnte unsere Elf die Vorgaben des neuen Trainer-Duos Reiner Wirsching / Jochen Seuling nicht richtig umsetzen. Unbeständige Leistungen gipfelten nach einer bitteren 1:7-Heimniederlage gegen Quelle Fürth im Rücktritt des Trainergespanns. Man wurde sich schnell mit dem „Alten“ Trainer, Dieter Noack, einig. Es gelang aber auch ihm nicht, den Abstieg zu verhindern, den ersten Rückschlag in der nunmehr bereits 20-jährigen Vereinsgeschichte.
Doch sollte dieser in der Landesliga-Saison 2002/2003 in einer eindrucksvollen sportlichen Trendwende münden: mit einem sagenhaften Punkte- und Torekonto (90 Punkte, 103 Tore) sicherte sich der WFV schon fünf Spieltage vor Schluss die Meisterschaft und die direkte Rückkehr ins bayerische Fußball-Ober­haus. Während der Saison stellten sich jedoch starke finanzielle Probleme, die über Jahre durch Fehl­pla­nungen verursacht wurden, heraus. An die Spitze des Vereins kehrte der Ehrenvorsitzende Georg Rosen­thal zurück. Mit ihm zusammen übernahmen die jungen, aber erfahrenen Vereinsinsider Markus Amann und Roland Metz das Vorstandsruder in die Hand. Innerhalb kurzer Zeit gelang es dem Trio, die drohende Insolvenz des Vereins abzuwenden und mit einem fundierten Finanzierungsplan den Spielbetrieb für die neue Bayernliga-Saison sicherzustellen.

2003-2005 Auf- und Ab, Freud und Leid in einer „Zwischenphase“
Der WFV startete nach kurzer Unterbrechung in das vierte Jahr Bayernliga (Saison 2003/2004) mit einer Mannschaft, die sich aus erfahrenen Kräften der abgelaufenen Saison und Talenten aus den eigenen Reihen und der Region zusammensetzte. Angesichts der vergangenen kritischen Monate gab man der finanziellen Gesundung des Vereins Vorrang vor Investitionen in die Mannschaft. Der neue Trainer Stefan Heisler startete mit seinem jungen Team (Altersdurchschnitt unter 22 Jahren) verheißungsvoll. Allerdings folgten Niederlagen oft nur Unentschieden, was sich auf Grund der „3-Punkte-Regel“ letztlich als verhängnisvoll erwies. Dazu kamen Punktverluste gegen direkte Abstiegskonkurrenten. Auch der Trainerwechsel zum Duo Reiner Neumann / Hans-Jürgen Schäffer konnte nicht mehr die erhoffte Wende bringen, sorgte aber dafür, dass schon frühzeitig mit dem für die folgende Saison verpflichteten Trainer Michael Hochrein eine schlagkräftige neue Mannschaft geformt werden konnte.
Mit einem 37-köpfigen Kader für die Landes- und Bezirksliga-Mannschaften, davon 28 (!) Spieler, die aus der eigenen Jugend stammten, startete Michael Hochrein in die Saison 2004/2005. Das Team, von Michael Hochrein in Sachen Taktik, Spielfreude und Motivation während der ganzen Saison glänzend in Szene ge­setzt, errang am Pfingst­montag 2005 gegen den Konkurrenten um den Wiederaufstieg Bayern Hof, der die Saison mit Voll­zeit­trainer und vielfachem Etat im Vergleich zum WFV bestreiten konnte, auf der Sepp-Endres-Sportanlage vor 3000 Zuschau­ern den nötigen Tabellenvorsprung zum Meistertitel. Mit einer Re­kordmarke, wie 2 Jahre zuvor, von 90 Punkten erreichte man den direkten Wiederaufstieg in die Bayern­liga.

2005-2008: Michael Hochrein und der WFV als feste Größen in der Bayernliga, höhere Ziele
Mit einer Mischung aus einigen Routiniers und vielen jungen Spielern starteten die Zellerauer, auf Michael Hochreins Trainerkünste vertrauend, in das Bayernliga-Jahr 2005/2006. Geführt von seinem heraus­ragen­den Spielmacher Jochen Schinagel, sicherlich einem der besten Spieler in der Vereinsgeschichte des WFV, ge­lang dem jungen Bayernligateam ein traumhafter Saisonauftakt mit 7 Punkten aus 3 Spielen. Gegen Feucht errang man endlich am 3. Spieltag nach über 3 Jahren (April 2002) den ersten Bayernliga-Auswärtssieg. Trotz einer Serie von 8 Siegen in Folge als Aufsteiger verzichtete der WFV auf die Antrags­stellung für eine Regionalliga-Lizenz. Der Klassenerhalt wurde mit 44 Punkten bereits nach 23 Spielen erreicht. Über ein halbes Jahr, seit 22.Okt. 2005, war die 1. Mannschaft in 13 Plichtspielen ungeschlagen (bis 30.April 2006). Die Serie der Heimsiege währte von Oktober 2005 bis zum 20. Mai 2006. Da durchbrachen die Aufsteiger auch die 60-Punkte-Grenze. Die Saison endete mit einem beachtlichen 3. Tabellenplatz. Spielertrainer Christian Breunig sicherte dem WFV mit seinem Fohlenteam am fünftletzten Spieltag die Meisterschaft der Bezirksliga / Gruppe 1 und damit den Aufstieg zur Bezirksoberliga. Die II. Mannschaft konnte auch eine beispiellose Siegesserie bejubeln: 17 gewonnene Spiele in Folge, 16 von 17 Heimspielen wurden gewonnen! Die Jungs der U-17 schafften obendrein den direkten Wiederaufstieg in die Bayernliga Nord.
Am 20.August 2006, zu Beginn der Bayernliga-Saison 2006/07, hielt der WFV erstmals seine daheim­ge­blie­benen Fans mittels eines Internet-Livetickers über den Verlauf eines Auswärtsspiels (3:0-Sieg beim SC Feucht) auf dem Laufenden. Gegen den FCN II erzielte Sascha Göbel ein Freistoßtor von der Mittellinie aus. Die ARD-Sportschauzuschauer wählten dieses 50 Meter-Tor zum „Tor der Woche“. Nach diesem unvergesslichen 4:0-Sieg hatte der WFV nunmehr 364 Tage zu Hause nicht mehr verloren. Nach einer Negativserie von 8 sieglosen Spielen erkämpfte sich die Mannschaft erst im März 2007 wieder einen Sieg und brachte sich wegen sehr wechselhafter Leistungen im weiteren Saisonverlauf zunehmend selbst in Zugzwang. Erst am 19.Mai erlöste Markus Lützler durch sein Tor in einem denkwürdigen Spiel erneut gegen den FC Bayern Hof den WFV und seine Fans: der Klassenerhalt war gesichert! Nach weiteren Siegen in Unterhaching und daheim gegen Fürth fand sich das Team auf dem 9. Platz der Abschlusstabelle wieder. Man gab sich jedoch mit dem guten Tabellenplatz in der Bayernliga allein nicht zufrieden: nach dem Sieg im Toto-Pokal-Finale des Kreises Würzburg (6:1 in Karlburg) und einem 2:0-Erfolg daheim gegen den Ligakonkurrenten Großbardorf zog der WFV im Mai in das unterfränkische Pokalfinale ein. Mit einem 2:1-Sieg gegen Haibach errang man auch diesen wertvollen Titel. An Christi Himmelfahrt 2007 ebnete schließlich Markus Lützler den Weg zum Halbfinale auf Landesebene. Durch einen sensationellen 7:2-Sieg bei Landesligist TSV Nördlingen qualifizierte man sich für die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal. Im Rahmen des „Aktuellen Sport­studios“ des ZDF loste am 30.Juni 2007, 23.43 Uhr, die Nationaltorhüterin Silke Rottenberg dem WFV als Gegner für sein Heimspiel in der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde unter großem Jubel der Fans im Biergarten an der Mainaustraße Felix Magaths und Bernd Hollerbachs Bundesligateam des VfL Wolfsburg zu. Bei der Auslosung drückten die Gäste des Vereinsvorsitzenden Georg Rosenthals, keine geringeren als Vizekanz­ler Franz Müntefering und seine Gattin, die Daumen. Fast unerheblich erschien es, dass der WFV den Titel des Bayerischen Pokalsiegers (2006/07)in Seligenporten durch eine 0:1-Niederlage verspielte. Beim großen Pokalfest im „Stadion am Dallenberg“ schlug sich das WFV-Team tapfer und unterlag dennoch den überlegenen Wolfsburgern mit 0:4 Toren. Schmerzhaft war dagegen die Niederlage im Toto-Pokal-Wettbewerb 07/08 beim Kreisligisten TSV Rottendorf. Leichtfertig wurden hier große sportliche und auch finanzielle Perspektiven, zumindest für die laufende Saison, vergeben. Mit 16 Punkten aus 8 Spielen legte das Bayernliga-Team einen fast perfekten Saisonstart hin, erarbeitete sich bis in den Herbst hinein, nicht zuletzt durch einige unerwartete Auswärtserfolge, ein vermeintlich ausreichendes Punktepolster. Man brachte sich dann aber durch bittere Niederlagen bis zur Winterpause in die Nähe der Abstiegsränge. Bereits im Februar 2008 verlängerten Trainer Michael Hochrein und Keeper Ralf Scherbaum ihre Verträge beim WFV, was frühe Planungssicherheit für kommende Aufgaben gewährleistete. Mit den zur Winterpause gewonnenen Verstärkungen Martin Kleinschrodt, Zajo Desic und Roland Sternisko konnte man im neuen Jahr bis zum wichtigen, hochdramatischen 2:1-Heimsieg gegen den Aufstiegskandidaten zur geplanten neuen Regionalliga, Großbardorf, im April wichtige Punkte gegen den Abstieg sammeln. Eine unerklärliche Schwächephase mit zuvor nie gekannten bitteren Heimniederlagen machten den Kampf um den Klassenerhalt unerhört spannend. Dieser war erst mit dem viel umjubelten Siegtreffer von Zajo Desic im letzten Saisonspiel in Thannhausen gesichert.
Fortsetzung folgt…